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Wie sich Champions auf die neue Saison vorbereiten

Zwei der größten Stars im Biathlonsport – Marte Olsbu Røiseland und Johannes Thingnes Bø – möchten in der kommenden Saison ihre Erfolge der Vergangenheit wiederholen. In einem Interview mit Biathlonworld haben sie einen Einblick gegeben, wie ihr Sommer ausgesehen hat und wie sie sich auf die kommende Saison vorbereitet haben.

 

Für die zwei norwegischen Stars war die letzte Saison doch recht unterschiedlich – zumindest wenn man ihre Verhältnisse beachtet. Zwar waren sie beide die jeweils erfolgreichsten Athleten bei den Olympischen Spielen in China, bei denen beide fünf Medaillen – zwei bzw. drei davon in Gold – gewonnen haben, jedoch lief der Weltcup doch erheblich anders. Røiseland hatte zum ersten Mal den Gesamtweltcup gewonnen und räumte auch gleich noch zwei Disziplinentitel ab. Bø beendete seine Saison gleich nach den Olympischen Spielen und hatte kein Weltcupkristall aufzuweisen.

 

Der Unterschied ihrer jeweiligen Saison hat dazu geführt. dass die beiden ihre Sommer anders verbracht haben. Marte gab zu Protokoll, dass sich sich nach der Saison sehr müde fühlte und sich auch noch Covid einfing. Kurz nach ihrem bisherigen Karrierehöhepunkt hat sie sich also in einer schwierigen Situation wiedergefunden, denn es war nicht einfach, die Motivation wiederzufinden, sogar ein Karriereende stand im Raum. Doch ausgerechnet ihr Ehemann Sverre, der vom norwegischen Trainerteam zu den deutschen Damen wechselte, gab ihr einen Motivationsschub, denn sie liebe es, sich mit ihrem Ehemann – wenn auch indirekt – zu messen. Røiseland sagte im Interview auch, sie habe sich im Sommer mehr auf Dinge fokussiert, die ihr Spaß machen, als den Fokus nur auf Biathlon zu halten. Das sei ein Grund, warum sie noch nicht in Topform sei, und das womöglich auch zum Saisonstart nicht der Fall sein könnte.

Johannes’ Sommer war ganz anders. Da er seine Saison früher beendete, hatte er mehr Zeit, sich anderen Dingen zu widmen. Beispielsweise ging er Langlaufen, nur um Spaß zu haben, anstatt unter Leistungsdruck zu stehen. Das hat ihm die Freude am Sport wiedergebracht und er konnte es kaum erwarten, wieder ins Training einzusteigen. Er weiß, dass er einer der schnellsten im Weltcupzirkus ist, auch wenn er nicht in seiner besten Form ist, doch seinen Fokus hat er auf das Schießen gelegt. Er hat einige Zeit damit verbracht, sich mit seinem Schießen und seiner Waffe wieder wohlzufühlen, und weniger Veränderungen vornehmen zu müssen. Dazu griff er auch wieder die Waffe vom Ende 2020, da sich diese am besten angefühlt hat. Auch Johannes gab zu Protokoll, dass seine Form wohl noch nicht am Höhepunkt ist, aber er möchte eben diese langsam nach oben schrauben, um über die Saison hinweg gesund zu bleiben.

 

Obwohl beide Norwegischen Superstars meinen, sich noch nicht in ihrer besten Form zu befinden, werden sie bestimmt in zirka einem Monat bereit sein, wenn der Weltcup beginnt. Sie haben vielleicht verschiedene Sommer gehabt, doch was sie eint, ist ihr vergangener Erfolg und der Wille, diesen zu wiederholen. Zweifelsohne sind beide im engsten Favoritenkreis wieder Kristall mit nach Hause zu nehmen. Es wird interessant sein zu sehen, ob sich die Sommervorbereitung bei den beiden bemerkbar machen wird. Wird Johannes stabiler sein? Wird Marte ihre Form des letzten Jahres aufrechterhalten können? Wir werden es erfahren, wenn der Weltcup am 27. November gestartet wird.